Erzgebirge – Wandern, Bergbautraditionen und Kunsthandwerk erleben
Das Erzgebirge ist eine der ältesten deutschen Bergbaulandschaften. Bereits 1168 schürften Bergleute bei Freiberg nach dem ersten Silber. Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Sachzeugen aus dem Bergbau des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit, so viele Bau- und Kunstwerke mit bergmännischem Bezug wie im Erzgebirge. Zahlreiche Bergbaudenkmale verbindet die „Ferienstraße Silberstraße“ zwischen Zwickau und Dresden.

Unter Wanderfreunden in ganz Deutschland ist die Gebirgsregion für ihre schönen Wanderstrecken bekannt. Wanderungen auf dem gut ausgebauten Wegenetz mit einer Gesamtlänge von 5.000 Kilometern haben einen ganz besonderen Reiz. Hier in der Heimat der Erzgebirgischen Holzkunst® wird die Wanderung schnell zur Zeitreise. Denn immer wieder kreuzen die Strecken jene Zeugnisse des Silbererzbergbaus, die auf der „Ferienstraße – Silberstraße“ zum Teil tief unter der Erde von den einst reichen Silberfunden künden. Auf 230 Kilometern werden die über 500-jährige sächsische Bergbaugeschichte und Gegenwart erlebbar.
Mit immer wieder neuen Pauschalangeboten hat das Erzgebirge seinen Ruf als attraktive Wanderwelt immer weiter ausgebaut. So wird eingeladen zu „Wandern ohne Gepäck“ mit Übernachtungen in komfortablen Hotels und gemütlichen Pensionen, beispielsweise auf dem Bergwanderweg. Dieser führt unter anderem durch bekannte Bergstädte wie Annaberg-Buchholz oder das Spielzeugdorf Seiffen. Ohne Gepäck kann auch auf dem Kammweg oder im sagenhaften Zschopautal mit seinen schroffen Felshängen und malerischen Tälern gewandert werden. Aber auch hoch zu Ross können Touristen die Region erkunden. Ich „Echt erzgebirgischen Landgasthöfen“ kann man die typische Erzgebirgsküche kosten.
Das Erzgebirge ist seit 100 Jahren ein beliebtes Wintersportgebiet mit guten Schneeverhältnissen. Besonders das alpine Skivergnügen kommt in der Heimat von Weltmeister Jens Weißflog gut an. In 28 Orten von Altenberg bis Sosa haben die Gäste von Dezember bis März die Lizenz zum Winterspaß. Zur Verfügung stehen etwa 70 Skipisten, über 60 Schlepplifte etwa 1.000 Kilometer gespurte Loipen sowie zahlreiche Rodel- und Eisbahnen. Eine Hochburg für die Freunde rasanter Abfahrten ist vor allem Oberwiesenthal, die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Mit einer zertifizierten FIS-Slalompiste am Fichtelberg ist die Stadt das alpine Zentrum in der Erzgebirgsregion. Auf der Kammloipe, einer der schneesichersten Loipen Deutschlands, lässt es sich herrlich 36 Kilometer lang auf Skiern durch den Naturpark Erzgebirge/Vogtland wandern. Die für viele attraktivste Strecke führt vom vogtländischen Schöneck ins erzgebirgische Johanngeorgenstadt und ermöglicht mit ausgewiesenen Anschlussloipen Skiausflüge nach Böhmen.
Der Blick Richtung Zwickau bringt für das Erzgebirge noch eine ganz andere Nuance: Musik und Autos. So ist Zwickau für Musikenthusiasten verbunden mit Robert und für Liebhaber des Automobils „Trabant“ die Stadt der tausend Zwei-Takte. Das Tuchmachen und der Silberbergbau prägten sie einst. In der jüngeren Geschichte wurde Zwickau insbesondere durch den Automobilbau in der Welt bekannt.
August Horch legte hier vor über 100 Jahren die Grundlagen für sein Autoimperium aus dem später die Firmen Sachsenring Zwickau und Audi in Ingolstadt hervorgingen. Nicht von ungefähr kann man sich im August-Horch-Museum über die lange Geschichte und Tradition informieren und viele Modelle ansehen. Und nicht nur Insider wissen längst: Zwickau ist auch Geburtsort des legendären Automodells der DDR „Trabant“. Das Auto mit dem Zweitakt-Motor mit 26 PS wurde ganz aus Plastik im VEB Sachsenring Zwickau bis 1991 produziert. In diesem Jahr feiert die „Rennpappe“ 50. Geburtstag. Unweit von Zwickau, in Hohenstein-Ernstthal, befindet sich der „Sachsenring“. Er gilt als eine der größten und modernsten Rennstrecken Europas.
Die Innenstadt strahlt mit Bauwerken wie dem Dom St. Marien, Gewandhaus und Rathaus, dem Robert-Schumann-Denkmal und dem Robert-Schumann-Geburtshaus sowie mit dem schönsten Jugendstilsaal Sachsens, der Stadthalle „Neue Welt“. Jedes Jahr kommen Musikbegeisterte nach Zwickau, um Nachwuchskünstlern und gestandenen Musikern bei den Internationalen Robert-Schumann-Chorwettbewerben bzw. den Robert-Schumann-Tagen zu lauschen und einen Blick in das Haus zu werfen, in dem der berühmte Komponist mit seiner Frau Clara Schumann lebte und die weltbekannten Musikstücke komponierte. Unweit der Stadttore mit den aus dem 12. Jahrhundert stammenden ältesten Häusern Sachsens treffen sich immer wieder auch Abenteurer im Land der Mulde zu außergewöhnlichen Touren auf dem Fluss mit dem Schlauchboot.
Weltweit bekannt - Erzgebirgisches Holzspielzeug
In den tiefen Wäldern des im Süden gelegenen Erzgebirges ist die Erzgebirgische Volkskunst ® zu Hause. Als vor etwa 300 Jahren die Quellen der reichen Silbererz-Vorkommen allmählich versiegten, war der Bergmann gezwungen, für seine Familie eine neue Existenz aufzubauen. Faktisch über Nacht war die kunsthandwerkliche Fertigung von Holzspielzeug geboren. Nussknacker, Räuchermännchen, Pyramiden, Schwibbögen, Engel und Bergmann sind ebenso wie die liebenswerten Osterhasen, Blumenmädchen oder Krippenfiguren als Erzeugnisse der Marke „Echt Erzgebirge - Holzkunst mit Herz“ ® weltweit bekannt. In Schauwerkstätten kann der Besucher manchem der Handwerksmeister über die Schulter schauen. Beispielsweise im Spielzeugdorf Seiffen: Hier ist für jedes neugierige Augenpaar an nostalgischen Drechsel- und Schnitzbänken nachvollziehbar, wie die kleinen und größeren Gesellen Schritt für Schritt entstehen, wie ein zierliches Spanbäumchen „Locke für Locke“ aus weichem Holz gestochen wird. Und auch der Blick auf die „Geburt“ der vielbestaunten Reifentiere ist ein Prozess, den der Gast nur hier beobachten kann. Mit viel Geschick, Sinn für Formen und Phantasie entsteht aus einem Stück Baumstamm auf der Drechselbank des Reifendrehers eine Art Reliefreifen. Mit einem Messer in viele kleine Scheibchen zerschlagen, zerfällt er schließlich vor den Betrachtern in eine Herde lustiger Kühe, Schafe, Elefanten oder auch Giraffen. Und es kommen viele Menschen ins Erzgebirge, um sich die kleinen und großen Kunstwerke von ihrer Entstehung an zu betrachten und auch mit nach Hause zu nehmen. Bei einem Urlaub beim Holzspielzeugmacher können sich Gäste Grundkenntnisse zum Handwerk in Kursen aneignen. Aber wie eine ganze Pyramide in eine Schnapsflasche passt, ein ganzer Wald in einer Nussschale „verschwindet“ oder auf einem Häuschen sitzende Holzvögelein plötzlich zu zwitschern anfangen, das bleibt wohl ebenso ein Geheimnis wie das Rezept jener Räucherkerzen aus Crottendorf, Mohorn und Neuhausen, die im Bauch der beliebten Räuchermännchen qualmen.Tourismusverband Erzgebirge e.V., Adam-Ries-Str. 16, 09456 Annaberg-Buchholz, Tel. 03733/18800-0, Fax 03733/18800-30, E-Mail :
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